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Deutsche Historische Adressbücher (1797-1950)

Ancestry.de bietet wohl die größte Online-Sammlung an historischen Adressbüchern aus Deutschland zur Verfügung.

Historische Adressbücher

Historische Adressbücher helfen Ihnen bei Ihrer Familienforschung weiter, denn sie enthalten genaue Angaben darüber, wo eine gesuchte Person zu welchem Zeitpunkt gelebt hat. Aus der Adresse des Vorfahren können Sie schließen, in welchen Archiven einer Stadt oder eines Kirchensprengels nach weiteren Aufzeichnungen über diesen Zweig seiner Familie gesucht werden kann. Historische Branchenbücher können bei der Ahnensuche noch zusätzliche Hinweise liefern: etwa über den Beruf eines Vorfahren, oder den Namen und die Adresse seines Geschäftes. Zudem bieten historische Adressbücher interessante Einblicke in vergangene Zeiten, beispielsweise durch die darin enthaltene Anzeigenwerbung.


Zur Geschichte der Adressbücher

Die Namen von A bis Z schön säuberlich aufgelistet und mit Adresse und Telefonnummer versehen: So sehen Adressbücher aus, wie wir sie heute kennen und schätzen, wenn wir eine bestimmte Person, oder Firma in einer Stadt suchen. Das war jedoch nicht immer so, denn der Eintrag in ein Adressbuch – heute für jedermann selbstverständlich - war früher ein Privileg.

Gerade einmal fünfzig Seiten umfasste das erste Adressbuch Deutschlands, das 1701 unter dem Titel „Das jetzlebende Leipzig“ erschien. Darin wurden keineswegs alle in Leipzig lebenden Personen aufgelistet, sondern ausschließlich wichtige oder adelige Personen. Es sollte noch eine ganze Zeit lang dauern, bis auch die Namen von Hinz und Kunz in Adressbücher aufgenommen wurden. Nach der französischen Revolution hielt ein wenig „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ Einzug in die Adressverzeichnisse, und zunehmend wurden auch Personen ohne Stand und Titel aufgeführt. Eine vollständige Auflistung aller Bewohner einer Stadt war aber immer noch schwierig, denn neben den ständischen Beschränkungen, die erst durch die Reformen des Freiherrn von Stein abgeschafft wurden, machten ein lückenhaftes Meldewesen und mangelhafte technische Möglichkeiten die Erfassung schwierig. Das älteste Adressbuch, in dem man in der Online-Datenbank auf Ancestry.de recherchieren kann, ist das „Verzeichnis der Stadt-Kölnischen Einwohner“ aus dem Jahr 1797. Dieses Adressbuch stellt eine Besonderheit dar: In ihm sind nicht nur die Einwohner alphabetisch mit Wohnhaus, Strasse und Beruf aufgeführt, es enthält auch ein nach Rubriken unterteiltes „Handlungs- und Gewerbs-Register“.

Parallel zu den reinen Personenverzeichnissen entwickelten sich Anfang des 19. Jahrhunderts auch schon die ersten Branchenbücher. Noch heute ist Forschern, die sich mit der Berliner Stadt- und Wirtschaftsgeschichte beschäftigen, der Name Bratring ein Begriff. Friedrich August Wilhelm Bratring verfasste 1807 „Das Allgemeine Industrie-Adressbuch von Berlin“, in dem Kaufleute, Bankiers, Fabrikanten, aber auch Künstler, Lehrer und Gastwirte mit ihrer Adresse verzeichnet waren. Der „Bratring“ war übrigens auch das erste Adressbuch, das sich vollständig durch einen Anhang mit Inseraten finanzierte. Dabei war „Werbung“ in Adressverzeichnissen damals gar nichts Ungewöhnliches: Nachdem die Herausgabe von Adressbüchern nicht länger das Privileg staatlicher Organe war und statt dessen in die Hände von Privatpersonen und Verlagshäusern überging, versuchten diese die Kosten für den teuren Druck durch die Veröffentlichung von bezahlten Inseraten zu senken. „Reklame arbeitet – selbst wenn der Geschäftsmann ruht“: Schöne Beispiele für Werbung in historischen Branchenbüchern, findet man zum Beispiel bei Ancestry.de im „Deutschen Reichs-Adressbuch für Industrie, Gewerbe und Handel“ aus dem Jahr 1909.

Bereits einige Jahre zuvor, am 14. Juni 1881 hatte Postminister Heinrich Stephan einen weiteren Meilenstein in der Geschichte der Adressbücher vorgestellt: Das erste Telefonbuch Deutschlands. Im „Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten“ standen immerhin schon 100 Berliner Bürger. Weil das Telefon damals in weiten Kreisen der Bevölkerung noch als exotische Spinnerei galt, wurde das erste Telefonbuch im Volksmund auch als „Buch der 99 Narren“ bezeichnet. Das Jahr 1920 war dann die Geburtsstunde des Verbandes Deutscher Adressbuch Verleger e.V., in dem heute 95 Prozent aller Verleger von Adress- und Telefonbüchern zusammengeschlossen sind. Auch wenn heute viele Adress- und Telefonbücher auf glänzenden Silberscheiben erscheinen und der moderne Mensch Adressen im Internet bekommt: das gedruckte Adressbuch wird wohl auch in Zukunft eine spannende Quelle für alle sein, die sich mit der Geschichte von Städten und ihren Einwohnern beschäftigen – und natürlich für alle Familienforscher, die die Spuren ihrer Vorfahren verfolgen möchten!